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Der Ortsteil Schmalwasser

 

 

 

Einwohner: 433

 

Ortsbeauftragter: Stefan Zehe, Furtstr. 13, 97657 Sandberg GT Schmalwasser

Link: www.schmalwassertal.de

 

 

Die Geschichte des Ortsteil Schmalwasser

 

Auf der Südseite des Kreuzberges erstreckt sich von den 'Schwarzen Bergen' fast bis an die Tore Bad Neustadts der Salzforst. Dieses große Waldgebiet hat im Jahre 1000 der junge Kaiser Otto III dem Bischof Heinrich von Würzburg geschenkt und für 'ewige Zeiten' zugeeignet. Besiedelt wurde es verhältnismäßig spät.
Die 'neuen' Dörfer auf den Ausläufern des Kreuzberges nennt man die Walddörfer. Langenleiten, Sandberg und Waldberg wurden erst nach dem 30-jährigen Krieg gegründet. Nur SCHMALWASSER, das man heute auch zu den Walddörfern zählt, ist wesentlich älter.Um 1500, so erzählt ein Bericht des Hans Pulff aus Stangenroth, ist die Siedlung durch einen Köhler namens Mertin und einen gewissen Heinz Simon aufgekommen; diese beiden hätten zwei Häuser bewohnt. Später sei noch einer, 'Feiler' genannt, zugezogen. Es scheinen sich demnach Waldarbeiter, die sich anfangs vielleicht nur während der Sommermonate im Salzforst aufhielten, später mit Erlaubnis der Forstmeister niedergelassen zu haben (1).
"Schmalwasser ist lange Zeit 'ein schlecht Ding gewest', erst in späteren Jahren hat es sich rasch entwickelt, so dass sich um 1538 bereits 10 - 12 Häuser dort befinden."
(2) Diese Gründung war ohne Wissen und Genehmigung des Fürstbischofs von Würzburg, der als Herzog von Franken auch Landesherr war, erfolgt. Erst im Jahre 1537 hat man in Würzburg davon erfahren. Die Bischöfe Konrad von Thüngen (1519 - 1544) und Melchior Zobel von Giebelstadt (1544 - 1558), waren darüber sehr ungehalten und 1545 wurde sogar die Räumung und Aufhebung von Schmalwasser und einiger gleichartiger 'wilder' Siedlungen verlangt. Es kostete Rechtsgutachten und flehentliche Bittschriften bis die Siedler endlich aus "fürstlicher Mildigkeit" belassen wurden. Der Fürstbischof aber verlangte die Abgabe von Steuern und die Bereitstellung zum Militärdienst. Er gab der neuen Siedlung die Verfassung für die Gemeinden des Hochstiftes Würzburg. Somit war die Gründung amtlich bestätigt.
Im Jahre 1611 wütete im Salzforst die Pest, an der ganze Familien ausstarben. Es ist anzunehmen, dass auch in Schmalwasser diese Seuche nicht unbekannt war, da man den Pestheiligen St. Sebastian in die Kirche gestellt und seinen Festtag als "gelobten Tag" bis in unsere Zeit gehalten hat. Der 30-jährige Krieg hingegen scheint sich wenig ausgewirkt zu haben. Die Abgelegenheit der Gegend war ein großer Schutz.
Die ältesten Aufzeichnungen über Schmalwasser finden wir in den alten Kirchenbüchern der Mutterpfarrei Steinach. Dort stehen schon die Namen, die heute noch die meisten Einwohner des Ortes tragen: Zehe, Holzheimer, Kleinhenz, Friedel. Den 8 km langen Weg mussten die Kinder auf sich nehmen, wenn sie die Schule besuchen wollten. 1640 wird dann der erste Lehrer in Schmalwasser genannt. Er war Schulmeister und Wirt zugleich.
Köhler- und Waldarbeit, Besenbinderei, Vieh- und Schafzucht, ein wenig Getreidebau und dazu die Erträge des großen Waldes ernährten die Menschen so recht und schlecht lange Zeit auf dem kargen Boden. Armut und Not waren ständiger Gast bei vielen Familien mit einer großen Kinderschar. Und es ist nicht verwunderlich, dass manchmal gewildert wurde, wenn ein Familienvater nicht mehr wusste, womit er seine hungrigen Kinder ernähren sollte.
Im vorigen Jahrhundert wanderte eine große Zahl junger Menschen nach Amerika aus, um sich dort eine Existenz zu gründen. Oder verheiratete Männer machten die große Reise, um Geld zu verdienen und von dort aus die Familie zu unterstützen. In den Erntemonaten zogen junge Männer und Mädchen, als Saisonarbeiter, auf die Höfe ins hessische Land, oder hinunter in den Schweinfurter und Ochsenfurter Gau. An Kirchweih kamen sie heim, mit ihrem Verdienst, den sie den Eltern ablieferten; nun kam die Familie wieder über den Winter. Auch in den nahegelegenen Heilbädern Bad Kissingen und Bad Neustadt fanden einige Arbeit.
Diese Armut und Not dauerte bis in die Mitte unseres Jahrhunderts. So konnte man 1933 in einer Zeitung über Schmalwasser lesen: "Von 500 Einwohnern sind rund 400 bedürftig. Die Lebensverhältnisse sind die denkbar schlechtesten ... Die Leute leben jahraus, jahrein vorwiegend von Kartoffeln und entrahmter Dickmilch. Eine Wasserleitung gibt es nicht ... In erschreckendem Maße herrscht in dem Ort die Tuberkulose ... Unterernährung und schlechte Wohnverhältnisse ... Schmalwasser hat in diesem Jahr zu allem Elend noch 95 Prozent seiner Ernte durch Hagelschlag und eine Überschwemmung verloren ..." (3).
'Gott sei Dank' ist diese Not endgültig vorbei. Inzwischen ist aus der armen Rhöngemeinde ein sauberes, aufgeschlossenes Arbeiterdorf geworden. Die alten Häuser wurden erneuert, neue Siedlungen und Straßen gebaut. Wasserleitung und Kanalisation gehören seit langer Zeit dazu. Die Leute verdienen zum größten Teil ihr Brot in den Fabriken der Kreisstadt Bad Neustadt/Saale.
Seit 1. Januar 1972 gehört Schmalwasser mit den anderen Walddörfern zur Einheitsgemeinde Sandberg. Reich sind die Schmalwasserer bis heute nicht geworden, aber im Blick auf die Vergangenheit sind sie mit dem zufrieden, was sie jetzt haben.
Kirchlich gehörte Schmalwasser am Anfang zu Steinach/Saale. Die Bewohner mussten einen weiten Weg gehen, wenn sie zur Kirche wollten und sicher hatten sie am Anfang auch keinen eigenen Friedhof, fuhren also ihre Toten durch das Tal in die Mutterpfarrei. Die kleine, immer größer werdende Gemeinde war lange bemüht, ein eigenes Gotteshaus zu errichten. Durch Wohltäter und Spenden der Gläubigen war es schließlich möglich, am 5. Mai 1716 den Grundstein zur heutigen Barockkirche zu legen. Am 26. Juli 1725 wurde die Kirche durch Weihbischof Johann Bernhard Mayer aus Würzburg konsekriert. Kurz danach wurde Schmalwasser der Pfarrei Burgwallbach seelsorglich zugeordnet und durch einen Kaplan von dort betreut.
Sicherlich bereitete der weite Weg von Burgwallbach nach Schmalwasser, besonders in den harten Wintermonaten, große Schwierigkeiten. Deshalb erhielt der Ort ab 1874 einen eigenen Seelenhirten, der zunächst im alten Gemeindehaus wohnte. Er wurde Lokalkaplan, oder später Kuratus genannt.
Aus alten Aufzeichnungen erfahren wir, dass das religiöse Leben von Anfang an lobenswert war. "Not lehrt beten" sagt ein altes Sprichwort. Unsere Vorfahren holten sich die Kraft für ihr hartes Leben als gläubige Menschen im Gottesdienst und Gebet. Die Erhaltung ihrer Kirche war der Gemeinde und ihren Seelsorgern immer ein Herzensanliegen. Die einschneidendste Veränderung wurde an der Kirche nach dem 2 . Weltkrieg vorgenommen. 1947 wurde das Gotteshaus zur Straßenseite hin verlängert. Die Bevölkerung brachte unter Leitung des damaligen Kaplans König große Opfer und half bei diesem Werk, wie auch bei den späteren Renovierungen, in beispielhafter Zusammenarbeit mit.
Seit 1970 wird die nicht mehr besetzte Kuratiestelle vom Pfarrer aus Sandberg seelsorglich mitbetreut.
Aus: Kmiotek, Siedlung und Waldwirtschaft im Salzforst, Leipzig 1900, S. 702) wie oben, S. 703) Würzburger Generalanzeiger, 6. November 1933

Statistisches - OT Schmalwasser
1879 Schulhausneubau
1909 Errichtung einer zweiten Schule
1951 Bau der Straßenbeleuchtung
1954 Neubau eines Kindergartens
1967 Bau eines Gemeinschaftshauses
1979 Bau der Ortkanalisation und einer Kläranlage
1969/70 Bau einer Gemeindeverbindungsstraße nach Windshausen mit Ausbau der Ortsdurchfahrt1
972 Erschließung des Baugebiets "Ober der Kirche"
1973/74 Erschließung eines Baugebiets an der Furtstraße
1973/74 Ausbau des Birkenwegs und des Söllerwegs
1973/74 Ausbau der Ortsdurchfahrt der Staatsstraße mit Erneuerung der Wasserleitung
1975/76 Neuanlage eines Friedhofs
1983 Erschließung von Baugelände an der Kirchbergstraße
1984 Erneuerung der Wasserleitung von der Quelle zum Hochbehälter
1984 Bau einer Löschwasserzisterne an der Kirchbergstraße
1988 Bau einer Löschwasserzisterne am Sportplatz
1988 Hochwasserfreilegung am Dürrbach westlich der Staatsstraße
1988/89 Erweiterung des Friedhofs und Neubau einer Leichenhalle
1992/93 Erschließung des Baugebiets "Alter Müllersacker"1994/95 Generalinstandsetzung des St-Anna-Hauses zu einem Kindergarten und pfarrlichen Räumen
1995 Ableitung eines Dorfbrunnens aus der Kanalisation
1996 Hochwasserfreilegung am Dürrbach östlich der Staatsstraße
1997 Bau des Spielplatzes "Kaltenbrunn"
1997 Bau von Kanalstauraum am südlichen Ortsende
1998 Neubau der Kläranlage
1998 Ableitung eines weiteren Dorfbrunnens aus der Kanalisation
2000 Fremdwasserableitung vom Sportplatz aus der Kanalisation
2004 - 2010 Sanierung der Wasserversorgung

 

 




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Nächster Seniorennachmittag am 11.04.2018 um 14:30 Uhr im Gemeindehaus Schmalwasser!

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Anschrift
Gemeinde Sandberg
Schulstraße 6
97657 Sandberg

Tel 09701/9100-0
Fax 09701/9100-28


Gemeinde Sandberg

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97657 Sandberg

 

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Öffnungszeiten

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Nachmittags:

 

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Donnerstag

13.00 - 16.00 Uhr
13.00 - 18.00 Uhr